Rendez-vous ZH-VD

Austausch-Tagung der Zürcher und Waadtländer Mittelschulen

An der Tagung «Rendez-vous ZH–VD» vom Freitag, 6. März 2026, trafen sich Delegationen aller Zürcher und Waadtländer Mittelschulen zu einem ganztägigen Austausch in Zürich. Im Zentrum standen bestehende sowie geplante Austausch- und Mobilitätsprojekte zwischen den Schulen.

Gemeinsam wurden Erfahrungen geteilt, neue Ideen diskutiert und vor allem neue interdisziplinäre Projekte angestossen, die den Austausch zwischen den beiden Kantonen weiter stärken sollen.

(aktualisiert am 16.3.2026)

Im September 2021 unterzeichneten die Bildungsdirektionen der Kantone Zürich und Waadt eine Absichtserklärung zur Förderung von Austausch und Mobilität. Im November 2024 folgte eine Kooperationserklärung auf der Mittelschulstufe, die unter anderem eine stärkere Vernetzung der Mittelschulen der beiden Kantone anstrebt.

Gestützt auf Artikel 22 zu Austausch und Mobilität des neuen Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) der EDK und der Maturitätsanerkennungsverordnung (MAV) des Bundesrates, standen während der Tagung «Rendez-vous» besonders interdisziplinäre Projekte im Vordergrund. Schulleitungsmitglieder, Mobilitätsverantwortliche sowie Lehrpersonen aller Fächer nahmen an der Tagung teil.

Einleitungsveranstaltung: Vernetzungsanlass für Zürcher Mittelschulen

Von 8.30 bis 10.00 Uhr fand ein vorgelagerter Vernetzungsanlass für die Mobilitätsverantwortlichen der Zürcher Mittelschulen statt. Ziel des Treffens war es, Synergien zu schaffen, Bedürfnisse zu bündeln und bewährte Praktiken auszutauschen.

Auch Vertretende von Movetia nahmen am Anlass teil und brachten wertvolle Impulse ein.

Ein Teams-Kanal, in dem die gesammelten Ideen und Wünsche zugänglich gemacht werden, ist bis Ende April 2026 geplant.

Tagung Rendez-vous

Die Tagung startete um 10.10 Uhr im Plenum. Anschliessend richteten Silvia Steiner, Regierungsrätin und Vorsteherin der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Lionel Eperon, Amtsleiter der Direction générale de l’enseignement postobligatoire des Kantons Waadt, sowie Christine Keller, Mitglied der Geschäftsleitung von Movetia, ihre Grussworte an die Teilnehmenden.

Im Anschluss fand eine Austauschmesse statt, bei der sich die Teilnehmenden in gemischten Gruppen vernetzen und erste Ideen für neue Projekte entwickeln konnten.

Nach dem Stehlunch folgten zwei Atelierdurchgänge.
Zum Abschluss kehrten alle ins Plenum zurück, wo die wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen zusammengeführt wurden.

Begleitet wurde der Anlass von der Improtheatergruppe «anundpfirsich», die mit inspirierenden und humorvollen Inputs für zusätzliche Energie und Kreativität sorgte.

  • v.l. Lionel Eperon, Leiter Direction générale de l'enseignement postobligatoire (VD); Silvia Steiner, Bildungsdirektorin (ZH); Christine Keller, Geschäftsleitung Movetia; Nik Schatzmann, Amtschef Mittelschul- und Berufsbildungsamt (ZH)
  • v.l. Simone Schwegler, Niggi Hegele von "anundpfirsich"

Austauschmesse

Von jeder Mittelschule wird am Marktplatz ein Plakat mit den wichtigsten Informationen ausgestellt.

Poster

Während der Tagung wurden zudem Poster präsentiert, die die in den Anmeldeformularen der Zürcher und Waadtländer Mittelschulen genannten Hindernisse, positiven Erfahrungen sowie Wünsche und Ideen übersichtlich zusammenfassten.

Workshops

Workshop 1: Thematischer Austausch im Dienste aller Fachbereiche und entsprechende Förderangebote

Im Workshop stellte Susan Gürber und Laura Hodel von Movetia pfannenfertige Aktivitäten und praktische Instrumente vor, die zeigen, wie thematische Austausche neue Lernperspektiven eröffnen und alle Disziplinen über Sprachgrenzen hinweg miteinander verbinden können. Sie informierten auch über bestehende finanziellen Möglichkeiten.

Als Praxisbeispiel stellte Yann Lenggenhager, Geschichtslehrer der Immersionsklassen an der Kantonsschule Zürich Nord, die «Geschichts-Sonderwoche» vor, die er für seine Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr organisiert. Diese Woche findet in Genf und im Kanton Neuenburg statt und umfasst zahlreiche Besichtigungen, darunter die UNO, das Rotkreuzmuseum, die Asphaltminen von La Presta, die unterirdischen Mühlen von Col-des-Roches und das Internationale Uhrenmuseum in La Chaux-de-Fonds. Zu diesen Besichtigungen kommen Begegnungen mit Persönlichkeiten hinzu, die es ermöglichen, historische und aktuelle Themen anzusprechen.
Die Schülerinnen und Schüler müssen eines der behandelten Themen auswählen und darüber einen Bericht verfassen, der benotet wird.

Im Anschluss berichteten eine Schülerin und ein Schüler der Kantonsschule Zürich Nord über Ihre Erfahrungen.

Workshop 2 : Austausch und Mobilität in der Schule verankern: vom Konzept zur Praxis

Wie lassen sich Austausch und Mobilität im Hinblick auf die Umsetzung von Art. 22 der neuen Maturitätsverordnung sinnvoll in den Gymnasien integrieren? Christine Keller und Alexandra Dall’Olmo von Movetia stellten den Movetia-Leitfaden zur Erstellung eines Schulkonzepts vor: ein Instrument zur Planung, Umsetzung und Institutionalisierung dieser Aktivitäten, illustriert mit konkreten Beispielen.

Als Praxisbeispiel stellte Georges Felten von der Kantonsschule Uetikon das «zweiwöchige Stage» vor, das alle Schülerinnen und Schüler im vorletzten Gymnasiumjahr in einer französischsprachigen Region ihrer Wahl absolvieren müssen. Dabei werden unter dem Begriff «stage» beispielsweise Tätigkeiten in einem Betrieb, einem Sportverein, einem Bauernhof, einem Altersheim, einer sozialen Institution oder als Haushaltshilfe verstanden. Allerdings ist es den Schülerinnen und Schülern nicht gestattet, ihr Praktikum in einer Sprachschule zu absolvieren. Dieses Praktikum verbindet somit das Erlernen der Sprache mit Interdisziplinarität. Die Sprache ist hier Mittel nicht Selbstzweck.

Im Anschluss berichteten zwei Schülerinnen der Kantosschule Uetikon am See über die gemachten Erfahrungen.

Workshop 3: Hospitationen an anderen Schulen: ein Hebel für nachhaltige Partnerschaften

Doryan Givel von Movetia stellte das Unterstützungsangebot «Hospitationen» für Lehrpersonen vor: Die Erfahrungen vor Ort und die geknüpften Kontakte sind entscheidend für den Aufbau wirksamer und nachhaltiger Partnerschaften zwischen Schulen, von denen Lehrpersonen, Schulleitungen und Schülerinnen und Schüler profitieren.

Als Praxisbeispiel stellten Anne Stettler, Direktorin des Gymnase de Morges, und Susanna Schaad, Prorektorin der Kantonsschule Im Lee in Winterthur, ihr Austauschprojekt vor. Im Frühling 2025 trafen sich ein Dutzend Lehrpersonen aus so unterschiedlichen Fachbereichen wie Biologie, Angewandte Kunst, Mathematik, Französisch Sport und Physik aus dem Gymnasium Morges und den beiden Zürcher Kantonsschulen Uetikon und Im Lee in den jeweiligen Schulen. Das Ziel war, Kollegen und Kolleginnen aus derselben Fachschaft kennen zu lernen, während einigen Stunden zu hospitieren und die Schulhauskultur der besuchten Schule zu entdecken. Auf dieses erste Treffen folgte im Mai 2025 ein Besuch einer Klasse aus Uetikon an der Kunstausstellung des Gymnase de Morges. Weitere Aktivitäten sind geplant.

Indem sie den Lehrkräften die Möglichkeit bieten, sich mit den Praktiken und der Schulkultur anderer Sprachregionen vertraut zu machen, wirken diese Hospitationen als Katalysator für Interdisziplinarität und pädagogische Innovation.

Workshop 4: Digitaler Austausch: zusammenarbeiten, austauschen und teilen. Präsentation der neuen Plattform Isyflow.

Nike Flury (Gymnasium Nyon) und Florence Pennone (Kantonsschule Freudenberg) stellten zusammen mit einigen Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen mit dem digitalen Austausch vor, der im Frühjahr 2025 online begann und anschliessend mit persönlichen Treffen in Bern, bei der Fête de l'Escalade in Genf und in Zürich (Frühjahr 2026) fortgesetzt wurde. Sie berichteten auch über die durchgeführten Aktivitäten und das kostenlos zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterial auf «edu2.e-tandem.ch».

Marie-Cécile Fetzer von Movetia stellte Isyflow vor, eine sichere Schweizer Plattform, die es ermöglicht, zusammenzuarbeiten, Fotos, Videos und Blogartikel auszutauschen, aber auch Videokonferenzen im Rahmen von Austauschprogrammen zu organisieren. Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern steht dort ein sicherer Raum für die Zusammenarbeit zur Verfügung. Da die Plattform in der Schweiz beherbergt ist, ist die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen aller Kantone gewährleistet.

Workshop 5: Improvisationstheaterübungen der Theatergruppe «anundpfirsich» für den Sprachkurs und den Sprachaustausch.

Dieses Weiterbildungsangebot wurde gemeinsam von der Zürcher Improvisationstheatergruppe anundpfirsich und der Fachstelle Austausch und Mobilität des Kantons Zürich entwickelt und ermöglicht Lehrpersonen, praktische Improvisationstechniken kennenzulernen, die sich leicht im Sprachunterricht und beim Sprachaustausch zwischen Klassen umsetzen lassen. Seit Jahren bietet anundpfirsich massgeschneiderte pädagogische Angebote im Bereich Improvisationstheater für Kinder und Jugendliche an. Diese Methoden fördern die Spontaneität, bauen Hemmungen ab und wecken die Freude am Fremdsprachenlernen. Die Übungen sind auf verschiedene Niveaus abgestimmt und unterstützen die Lernenden ganzheitlich auf körperlicher, verbaler, nonverbaler und emotionaler Ebene.

Das von den beiden Partnern entwickelte Lehrmittel «Freies Sprechen mit Impro» ist auf Deutsch und Französisch erhältlich und kann hier bestellt werden. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, selbst verschiedene Aktivitäten auszuprobieren.

Ziele und Mehrwert der Tagung

  • Vernetzungsmöglichkeiten schaffen
  • Austausch- und Mobilitätsaktivitäten kennenlernen
  • Innovatives didaktisches Material entdecken
  • Kontakt zu Movetia und den kantonalen Austauschverantwortlichen knüpfen
  • Informationen zu finanziellen Unterstützungen erhalten

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